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Pressemitteilung 086: Plakate und Online-Petition gegen Stromtrassen


Landrat Christian Meißner gibt gemeinsam mit MdB Emmi Zeulner und Bürgermeistern Startschuss für groß angelegte Protestaktion – Appell an Bürgern, Online-Petition zu unterstützen

LICHTENFELS/REDWITZ   „Im Landkreis darf es keine weiteren neuen Stromtrassen geben. Wir lehnen das kategorisch ab und werden mit aller Kraft dagegen kämpfen“, betonte Landrat Christian Meißner am Mittwochvormittag in Redwitz. Gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner (CSU, Wahlkreis Kulmbach) und den Bürgermeistern Christian Mrosek (Redwitz an der Rodach), Jochen Partheymüller (Marktgraitz), Thomas Kneipp. (Hochstadt) und Gregor Friedlein-Zech (Marktzeuln) gab er vor dem Rathaus den Startschuss für eine großangelegte Plakataktion und eine Online-Petition unter dem Titel #fehlamplatz gegen weitere Stromtrassen in der Region. In den nächsten Tagen werden in den Landkreisen Lichtenfels, Kulmbach, Kronach, Bamberg und Forchheim noch eine Vielzahl weiterer Transparente aufgestellt, um dem Protest der ganzen Region gegen die Pläne der Bundesnetzagentur Ausdruck zu verleihen. Die Politiker riefen die Bürger gleichzeitig auf, die Petition online unter www.fehlamplatz.de mit ihrer Stimme zu unterstützen.

„Der Landkreis Lichtenfels ist bereits durch neun bestehende Überlandleitungen , Bahnstromtrassen und andere Großprojekte wie die A73 sowie die ICE-Neubaustrecke über die Maßen belastet, da können wir es unseren Bürgern nicht vermitteln, dass hier ohne Not noch eine weitere – überdies längere und teurere Stromtrasse über Redwitz gebaut wird“, kritisiert der Lichtenfelser Landrat Christian Meißner. „Die Varianten würden aus netztechnischen, wirtschaftlichen und umweltfachlichen Gründen abgelehnt.“

„Dadurch, dass wir heute in Redwitz den Auftakt machen, wollen wir darauf hinweisen, dass Redwitz schon allein durch den Ostbayernring zusätzlich belastet wird“, stellte MdB Zeulner heraus. „Wir lehnen alle modifizierten Varianten der P44, die über Redwitz führen strikt ab, weil erst kürzlich gebaute wieder abgerissen oder erneut planfestgestellt werden müssten.“, unterstrich die Abgeordnete. Sie gab weiter zu bedenken, dass bestimmte Trassenvarianten gleichzeitig auch noch neue Zusatztrassen bedingten.

Thüringen habe mit dem Bau der Thüringer Strombrücke bis zur Landesgrenze bei Schalkau bereits Fakten geschaffen. Würden Varianten der P44 verwirklicht, brauche es eine weitere Trasse oder sie müsste wieder abgerissen werden. Das ist mit Blick auf die Kosten doch nicht nachvollziehbar“, protestierte Landrat Christian Meißner weiter. Bürgermeister Christian Mrosek kritisierte, dass alle modifizierten Varianten der P44 im Vergleich zur Ursprungstrasse Mehrkosten in Millionenhöhe verursachten. Während die P44 Schalkau-Grafenrheinfeld mit 108 Kilometern und 150 Millionen Euro die  kürzeste und günstigste Variante sei, liege man mit der P44 var Schalkau-Redwitz-Ludersheim mit 149 Kilometern schon bei 240 Millionen. „Das muss am Ende der Stromkunde bezahlen“, stellte Bürgermeister Jochen Partheymüller fest.

Deswegen kommt das Aktionsbündnis zu dem Schluss: „Die im Prüfbericht der Bundesnetzagentur zum zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplanes 2030 aufgeführten Trassenvorschläge P44 mod., P44 mod. Var.2, P44 mod. Var. 2+ und P44 mod. Var. 3 sind keine tragfähigen Vorschläge.“ Die Ablehnung der Varianten sei aus netztechnischen, wirtschaftlichen und umweltfachlichen Gründen gerechtfertigt. Es solle geprüft werden, ob die grundsätzliche Notwendigkeit der P44, P44 mod. und ihrer Varianten überhaupt besteht.

Landrat Meißner dankte abschließend MdB Emmi Zeulner, die bereits seit dem Publikwerden der Trassenvarianten zur P44, mit aller Energie dagegen stark macht. „Wir bitten Dich, dass Du Dich auch weiterhin in Berlin dafür einsetzt, dass unsere Region von diesen Trassen verschont bleibt.“ MdB Zeulner informierte, dass sie in der kommenden Woche entsprechende Gespräche führen werde und auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier zu diesem Thema sprechen wolle.

Weitere Informationen unter https://www.fehlamplatz.de

Hintergrund:
Bereits im vergangenen September hatten die Bürgermeister und Landräte der Landkreise Lichtenfels, Kronach, Kulmbach, Bamberg und Forchheim auf Initiative der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner eine entsprechende Resolution gegen neue Stromtrassen in der Region verabschiedet. In der am 22. Dezember 2017 erfolgten Bestätigung des Netzentwicklungsplans 2017-2030 bestätigte die Bundesnetzagentur die P44 mod und alle modifizierten Trassenvarianten zur P44 als erforderlich und wirksam. Im Rahmen der Konsultationsphase wurde zudem eine weitere Variante der P44 komplett neu eingebracht, die P44mod Variante4 über Altenfeld – Redwitz – Mechlenreuth. Die Entscheidung, welche Trasse gewählt wird, trifft der Deutsche Bundestag in einer Abstimmung.


086 - 2018_04_04_PM_Plakate und Online-Petition gegen Stromtrassen

Jede Stimme zählt gegen neue Stromtrassen: In Redwitz gaben (v.re.) Landrat Christian Meißner, die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner und die Bürgermeister Christian Mrosek (Redwitz an der Rodach), Jochen Partheymüller (Marktgraitz), Thomas Kneipp (Hochstadt) und Gregor Friedlein-Zech (Marktzeuln) den Startschuss für eine großangelegte Protestaktion der Landkreise Lichtenfels, Kronach, Kulmbach, Bamberg und Forchheim und die Online-Petition unter dem Titel „#fehlamplatz“. Sie riefen die Bürger dazu auf, auf der Homepage www.fehlamplatz.de gegen die neuen Stromtrassenpläne zu stimmen. Foto: Landratsamt/Heidi Bauer

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