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Pressemitteilung 288-2021: Film über „13 Führerscheine – Dreizehn jüdische Schicksale“


US-Amerikanisches Team dokumentiert Recherchen des Projekt-Seminars am Meranier-Gymnasium Lichtenfels / Emmy-Preisträger Mark Raker macht Filmaufnahmen im Landkreis

LICHTENFELS (20.08.2021). „Wir sind enorm stolz auf diese jungen Leute aus unserem Landkreis, die mit ihrem P-Seminar „13 Führerscheine - Dreizehn jüdische Schicksale“ seit 2018 Unglaubliches bewegt haben. Dass über dieses mehrfach ausgezeichnete und international sehr beachtete Projekt nun ein Dokumentarfilm entsteht, ist eine herausragende Würdigung und freut uns ganz besonders“, betonte Landrat Christian Meißner anlässlich des Empfangs des Filmteams aus den Vereinigten Staaten und der Mit-Initiatorin Professorin Elisabeth Gareis, einer gebürtigen Lichtenfelserin, die seit 1994 in New York lebt und dort am Baruch College lehrt, im Landratsamt. 

Landrat Christian Meißner empfing das Filmteam im Landratsamt. Foto: Landratsamt Lichtenfels/Heidi Bauer

Stellten beim Empfang bei Landrat Christian Meißner (rechts) im Landratsamt Lichtenfels das Filmprojekt zum P-Seminar „13 Führerscheine – Dreizehn jüdische Schicksale“ vor: Prof. Elisabeth Gareis (vorne li), Kameramann Mark Raker (3.v.li.), Regisseur Ryoya Terao (3.v.re.) und Produzent Vinit Parmar (2.v.re.), links hinten Veronika Semchuvka. Michael Schulz (Mitte) vom Stiftungsrat der Koinor-Stiftung sicherte finanzielle Unterstützung zu.
Foto: Landratsamt Lichtenfels/Heidi Bauer

Ihr Ehemann, Ryoya Terao, wiederum ist Dokumentarfilmer und Associate Professor of Video Production am Department of Entertainment Technology am New York City College of Technology und Regisseur bei dem Projekt. Die Dreharbeiten begannen im Juni 2021 in New York, vom 30. Juli bis zum 8. August 2021 erfolgten sie im Landkreis Lichtenfels. Dazu kam mit Emmy-Preisträger Mark Raker ein Weltklasse-Kameramann von New York City nach Lichtenfels, um vor Ort die Aufnahmen zu machen.

Die Initiative zu dem Film ging vom Deutschen Generalkonsulat in New York aus, unterstützt von Lisa Salko, selbst eine Nachfahrin eines der einstigen Führerscheinbesitzer, Sigmund Marx. Auf ihr Engagement hin wurde und wird die Ausstellung „13 Führerscheine“ an vielen Orten in den USA präsentiert. Lisa Salko selbst hat dazu in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Vorträgen gehalten und gibt weiterhin welche. Unter anderem war die Ausstellung im Museum of Jewish Heritage in New York City zu sehen.  

Förderung durch Koinor-Horst-Müller-Stiftung

Im Rahmen der Dreharbeiten in Deutschland wurden die ehemaligen Schülerinnen und Schüler, ihr ehemaliger Seminarleiter, Studiendirektor a.D. Manfred Brösamle-Lambrecht, die Altenkunstadter Archivarin Inge Goebel (83 Jahre), und der Lichtenfelser Zeitzeuge Walter Maisel (93 Jahre) interviewt. Der Plan ist, einen kürzeren Film bis Ende 2021/Anfang 2022 fertigzustellen. Eine längere Version soll folgen. Weitere Aufnahmen sind im kommenden Jahr angedacht. Die Koinor-Horst-Müller-Stiftung wird das Projekt mit einem finanziellen Beitrag unterstützen, wie Michael Schulz vom Stiftungsrat beim Empfang im Landratsamt wissen ließ: „Mit dem Projekt '13 Führerscheine' wurde etwas initiiert, was international in den Medien Beachtung fand. Dass dies nun zusätzlich mit einem Filmprojekt erweitert wird, freut uns sehr!“ Die Stiftung hat auch das P-Seminar und die Ausstellung gefördert.
  
Der Film dokumentiert Entstehung und Tragweite des P-Seminars „13 Führerscheine - Dreizehn jüdische Schicksale“ 2018/19 am Meranier-Gymnasium Lichtenfels (MGL). Es entstand auf Initiative von Landrat Christian Meißner nach einem Zufallsfund: Im Frühjahr 2017 war ein alter brauner Umschlag, der bei Aufräumarbeiten im Rahmen der Digitalisierung aufgetaucht war, auf dem Schreibtisch von Landrat Christian Meißner gelandet. Der Inhalt: 13 Führerscheine, die man dreizehn jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern des damaligen Bezirksamtes Lichtenfels 1938 abgenommen hatte - teils bei deren Emigration, teils im Zusammenhang mit den Novemberpogromen.

„Meine Idee war es, dass man diese Führerscheine nicht einfach dem Staatsarchiv zurückgibt, sondern dass wir junge Leute, Abiturienten, bitten, im Rahmen eines P-Seminars zu untersuchen: Wer waren denn eigentlich diese Menschen und welche Schicksale hatten sie?“, erläutert Landrat Christian Meißner. Sein Gedanke: „Wir müssen uns unserer Vergangenheit stellen und die Lokalgeschichte aufarbeiten.“

Bei den Dreharbeiten zum Dokumentarfilm: der Leiter des P-Seminars, Studiendirektor a.D. Manfred Brösamle-Lambrecht, Regissseur Ryoya Terao, Kameraman

Bei den Dreharbeiten zum Dokumentarfilm: (v.li.) der Leiter des P-Seminars „13 Führerscheine - Dreizehn jüdische Schicksale“ am Meranier-Gymnasium Lichtenfels, Studiendirektor a.D. Manfred Brösamle-Lambrecht, Regissseur Ryoya Terao, Kameramann Mark Raker. Foto: Heidi Bauer

Botschaft der Hoffnung und Versöhnung

Der Film „13 Führerscheine“ dokumentiert die emotionale Reise der Schülerinnen und Schüler in ein dunkles Kapitel der Vergangenheit und was ihre Recherchen bewegten und bewegen: „Die Botschaft, die das einzigartige Lichtenfelser Führerscheine-Projekt verkörpert und die der Film verbreiten will, ist die der Hoffnung und Versöhnung“, betonten Professor Elisabeth Gareis und Regisseur Ryoya Terao beim Empfang im Landratsamt. 

„Die Interviews mit den Schülerinnen und Schülern sowie mit Herrn Brösamle-Lambrecht machen deutlich, welch enorme Tragweite die Entscheidung von Landrat Meißner im Jahr 2017 und seine Unterstützung des Projekts haben“, so Elisabeth Gareis. Niemand habe bis dato in Deutschland eine solche Recherche gemacht. Beeindruckend sei für sie gewesen, dass die jungen Leute auch heute, zwei Jahre nach ihrem Abitur, durch das Projekt noch immer eng miteinander verbunden und enorm engagiert seien. 

Die Professorin hat „große Hoffnung, dass die Filme diese Geschichte über das Schicksal jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger während des NS-Regimes in alle Welt verbreiten und ein Beispiel setzen, nicht nur wie man furchtbare Ereignisse in der Geschichte aufarbeiten sollte, sondern auch, wie man durch das Nacherleben von Einzelschicksalen in der Vergangenheit zu tieferer Empathie in der Gegenwart kommen kann und durch persönliche Begegnungen zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Nachfahren und Zeitgenossen zu einem Erlebnis der Versöhnung. Die Filme sollen inspirieren, Vergangenheitsbewältigung kreativ anzugehen, Wunden zu heilen und wach und verantwortlich Gegenwart und Zukunft zu gestalten.“ 

Außergewöhnliche Spurensuche

Landrat Christian Meißner betont: „Was aus den Recherchen der Schülerinnen und Schüler des P-Seminars geworden ist, ist einfach großartig: eine einzigartige Ausstellung, die diese 13 Leben und ihre zum Teil äußerst tragischen Wege dokumentiert. Die jungen Leute haben es geschafft, 80 Jahre später den Namen der Führerscheininhaber jeweils ein Gesicht zurückgegeben. Sie fanden Nachfahren auf verschiedenen Kontinenten und holten diese nach Lichtenfels. Diese außergewöhnliche Spurensuche habe den Weg für eine Aussöhnung bereitet und dafür, um Verzeihung für das Geschehene zu bitten. Dass aus den Begegnungen enge Freundschaften entstanden sind, ist einfach wundervoll!“

Die Ausstellung war am 5. November 2018 eröffnet worden und deutschland- und weltweit an verschiedenen Orten zu sehen. Das P-Seminar fand international große Beachtung und wurde ausgezeichnet mit dem P-Seminar-Preis 2019 des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien Oberfrankens und des Bayerischen Ministeriums für Unterricht und Kultus, mit dem BCJ.Bayern-Studienpreis (Verein zur Förderung des christlich-jüdischen Gesprächs in der ELKB (BCJ.Bayern), 1. Platz in der Kategorie Schulen/P-Seminare) und war Preisträger des Wettbewerbs "Aktiv für Demokratie und Toleranz" 2019 des BfDT (Bündnis für Demokratie und Toleranz, gegen Extremismus und Gewalt) der Bundeszentrale für Politische Bildung.

Hintergrund: 

Über das Filmprojekt „13 Führerscheine“ – Autorinnen: Prof. Elisabeth Gareis; Lisa Salko 

„Als 2017 im Landratsamt 13 Führerscheine entdeckt wurden, die 1938 von jüdischen Führerscheinhaltern konfisziert wurden, und als dann Landrat Meißner anregte, dass Schüler des Gymnasiums unter Leitung ihrer Geschichtslehrers Herrn Studiendirektor Brösamle-Lambrecht die Schicksale dieser Führerscheinhalter zu erforschen, wusste niemand, welche Kreise diese inspirierte Entscheidung ziehen sollte. Nicht nur fanden die Schüler nach langer Recherche die Nachfahren der acht überlebenden Führerscheinhalter, einige der Nachfahren reisten 2018 sogar aus Argentinien und den USA nach Lichtenfels, um die Führerscheine zurückzuerhalten. Mittlerweile haben Schüler und Nachfahren Freundschaften geschlossen, die Zeugnis dafür sind, dass man durch Erkundung und Reflexion über Einzelschicksale nicht nur einen tiefen Einblick in die Geschichte bekommen, sondern auch das vielleicht höchste Gut erreichen kann, das nach einer furchtbaren Vergangenheit möglich ist: Versöhnung. Die Geschichte der 13 Führerscheine ist eine Geschichte über verantwortungsvolle Vergangenheitsbewältigung, über die menschliche Verbindung und über die Hoffnung.

Lisa Salko, die Enkelin von Sigmund Marx (der in den 1930er Jahren in Lichtenfels mit seinem Bruder ein für Metzgereibedarf und einen Handel mit Fellen udn Häuten führte) war von ihrem Besuch in Lichtenfels und der Begegnung mit Landrat Meißner, Studiendirektor Brösamle-Lambrecht, den Schülern und anderen Lichtenfelsern so tief bewegt, dass sie zurück in New York entschloss, die bemerkenswerte Geschichte im großen Rahmen zu erzählen. Sie trat mit dem Holocaust & Human Rights Education Center in White Plains, NY, in Kontakt, dessen Mission es ist, das Lehren zum Holocaust und das Recht der Menschen auf würdevolle und respektvolle Behandlung zu verbessern. Sie ist auch stolzes Mitglied des Generations-Forward Programms, das Kinder und Enkel von Holocaust-Überlebenden umfasst. Als „Erinnerungswärter“ teilt sie jetzt die Geschichte ihrer Familie, die sie, da ihr Großvater nichts aus der vergangenen Zeit erzählte, erst durch das 13-Führerscheine-Projekt kennenlernte, und ihre positiven Erfahrungen in Lichtenfels durch Vorträge in Synagogen und Bildungseinrichtungen in den USA mit.

So hatte Lisa auch die große Ehre, ihren Vortrag im Februar 2020 im Museum of Jewish Heritage in New York City zu präsentieren. Das Museum ist ein lebendiges Denkmal für diejenigen, die im Holocaust umgekommen sind. Die Veranstaltung im Museum wurde vom Deutschen Generalkonsulat New York gesponsert. Anwesend waren Generalkonsul David Gill und Konsul Heiko Schwarz, Leiter der Politischen Abteilung. Nachdem sie den Vortrag gehört hatten, waren sie sehr bewegt von Lisas Geschichte und der unglaublichen Arbeit, die in Lichtenfels im Namen der Erinnerung geleistet wird. Kurz danach wandten sich Konsul Schwarz, zusammen mit Konsul Christian Resing (Presse und Public Affairs), an Lisa mit dem Vorschlag, ein Video zu erstellen, das über die Website des Konsulats und über ihre Social-Media-Plattformen in ihr öffentliches Diplomatieprogramm aufgenommen werden würde. 

Die früheren Schüler und ihr Lehrer, die der Fokus des Videos sein sollten, sagten enthuasiastisch zu. Nachdem Lisa wusste, dass die früheren Schüler bereit waren, mitzumachen, musste sie einen Weg finden, dieses Projekt von Lichtenfels aus zu managen. Die Hindernisse waren zunächst entmutigend: zwei Kontinente, ein Zeitunterschied von sechs Stunden, die Pandemie und ein weltweiter Lockdown. Sie brauchte jemand, der Lichtenfels und die Geschichte gut kannte und Zugang zur Filmbranche hatte.

Wie so oft im Leben dieses Projekts zeichnete sich, wie durch Zufall, eine Lösung ab. Elisabeth Gareis, eine gebürtige Lichtenfelserin, die als Professorin am Baruch College (City University of New York) tätig ist und dort interkulturelle Kommunikation unterrichtet, hatte einen von Lisas Vorträgen im Herbst 2019 besucht und sich Lisa vorgestellt. Fasziniert und tief berührt vom Thema kam sie danach noch auf zwei weitere Vorträge mit Freunden und Kollegen. Lisa und Elisabeth wurden schnell Freunde. 

Elisabeth und ihr Mann, Ryoya Terao (ein Dokumentarfilmer und Associate Professor of Video Production am Department of Entertainment Technology am New York City College of Technology) waren seit Juni 2020 in Lichtenfels um sich um Elisabeths betagte Mutter zu kümmern. Die Pandemie erlaubte es ihnen, online zu unterrichten. Auf Elisabeth und ihren Mann zuzugehen, fühlte sich für Lisa perfekt an. Ohne zu zögern sagten beide begeistert zu. Zusammen mit Lisa begannen sie mit dem Aufbau eines Produktionsteams. Ryoya würde als Regisseur für das Video dienen und Elisabeth als Associate Producer. Dazu kam Vinit Parmar (ein Filmpartner von Ryoya Terao und Associate Professor of Film am Brooklyn College, derzeit in Berlin ansässig) als Produzent. Lisa fungiert als Consultant.

Nach unzähligen Zoom-Meetings untereinander und mit den Konsulen Schwarz und Resing nahm das Videoprojekt Gestalt an und wurde „zum Leben erweckt“. Das Team entwickelte Themen und Fragen, die mit den früheren Schülern und ihrem Lehrer abgedeckt werden sollten, und bereitete sich auf die Dreharbeiten vor.

Sechs kurze Monate später begannen die Dreharbeiten im Juni 2021 in New York, wo Lisa Salko (Enkelin von Sigmund Marx), Inge Stanton, 91 (Tochter von Sigmunds Bruder Alfred Marx) und Werner Nass, 89 (Enkel von Manfred Goldmeier) - allesamt Lichtenfelser Führerscheininhaber - nterviewt wurden. Inge Stanton war im November 1938 ein 9-jähriges Kind und erlebte die Schrecken der Novemberpogrome am eigenen Leibe. Werner Nass war sechs Jahre alt, als er und seine Familie vor den Nazis aus LIchtenfels in die USA flohen. Die Erinnerungen und Perspektiven von Inge und Werner als Holocaust-Überlebende waren für das Dokumentarprojekt von unschätzbarem Wert.

In Lichtenfels fand die Produktion vom 30. Juli bis 8. August 2021 statt. Für die Dreharbeiten kam ein Weltklasse-Kameramann, Mark Raker, von New York Ciry nach Lichtenfels, um die Schüler und ihren ehemaligen Lehrer sowie die Archivarin Frau Goebel, 83, in Altenkunstadt und den Lichtenfelser Zeitzeugen Walter Maisel, 93, zu interviewen. Nach Abschluss der Dreharbeiten wird die Post-Production in New York stattfinden. Der Plan ist, das Video bis Ende 2021/Anfang 2022 fertigzustellen. 

Wir leben in einer Welt, in der Antisemitismus auf dem Vormarsch ist und Hassworte alltäglich und akzeptabel geworden sind. Es waren hasserfüllte Worte, die den Holocaust entzündeten--ein dunkles Kapitel der Weltgeschichte, das leicht in Erinnerung verblasst. Das Video „13 Führerscheine“ soll an den Holocaust erinnern und zugleich zeigen, wie menschliche Verbindungen Leben und Wahrnehmungen über Kontinente und Zeit hinweg tiefgreifend verändern können. Die Botschaft, die das einzigartige Lichtenfelser Führerscheine-Projekt verkörpert und die das Video verbreiten will, ist die der Hoffnung und Versöhnung. 


Zitate zu den Filmarbeiten:

Lisa Salko (Nachfahrin): 

Englisches Original:

When it comes to the Holocaust and Remembrance, we must continue to tell the stories. I tell the story of “13 Drivers’ Licenses” to honor my family so that their enormous sacrifices were not in vain. I tell the story so that we never forget.

Deutsche Übersetzung:

Wenn es um Holocaust und Erinnerung geht, dürfen wir nicht aufhören, die Geschichten zu erzählen. Ich erzähle die Geschichte der „13 Führerscheine“, um meine Familie zu ehren, damit ihre enormen Opfer nicht umsonst waren. Ich erzähle die Geschichte, damit wir sie nie vergessen.


Ryoya Terao (Regisseur):

Englisches Original:

Ever since I heard about the 13 DL Project three years ago, I have been intrigued: No one knew what the research project would lead to. I think the timing was appropriate that 80 years after the November Pogrom, Lichtenfels and some of the Jewish descendants were ready to reconnect and to face the past. The bridge were youngsters, who were born around 2000. I believe this small Franconian town sets a great example that when there are good will and open dialog, there may be positive outcomes regardless of historically tragic crimes committed by predecessors. I'm honored to work on the film project and on this theme.

Deutsche Übersetzung:

Seit ich vor drei Jahren vom 13 DL Project hörte, war ich fasziniert: Am Anfang des Projekts wusste niemand, wohin die Forschung führen würde. Die Zeit--80 Jahre nach dem Novemberpogrom--war reif, dass Lichtenfels und einige der jüdischen Nachkommen bereit waren, in Verbindung zu treten und sich der Vergangenheit zu stellen. Die Brücke dazu waren junge Menschen, die um das Jahr 2000 geboren waren. Ich glaube, die fränkische Kleinstadt Lichtenfels ist ein gutes Beispiel dafür, dass mit gutem Willen und offenem Dialog auch nach historisch tragischen Verbrechen positive Ergebnisse erzielt werden können. Ich fühle mich geehrt, an dem Filmprojekt und an diesem Thema zu arbeiten.


Vinit Parmar (Produzent):

Englisches Original:

It is one thing to make history. It’s another to document how a tragic past can be reconciled by young Lichtenfels residents. So this film is an important part of the reconciliation process for Germans and Jews in America and around the world.

Deutsche Übersetzung:

Es ist eines, Geschichte zu schreiben. Es ist ein anderes, zu dokumentieren, wie junge Lichtenfelser eine tragische Vergangenheit aufarbeiten können. Dieser Film ist ein wichtiger Teil des Versöhnungsprozesses für Deutsche und Juden in Amerika und weltweit.


Mark Raker (Cinematographer):

Englisches Original:

In photographing 13DL I wanted the light that falls on the town and the people to not just reflect the condition of nature, but to reflect the condition of their souls. To bring out the hope and promise and healing that has been so bravely displayed.

Deutsche Übersetzung:

Beim Fotografieren von „13 Führerscheine“ wollte ich, dass das Licht, das auf die Stadt und die Menschen fällt, nicht nur den Zustand der Natur widerspiegelt, sondern auch den Zustand ihrer Seelen. Um die Hoffnung hervorzubringen und das Versprechen und die Heilung, die so tapfer offenbart wurden.


Elisabeth Gareis (Associate Producer):

Deutsches Original:

Das 13 Führerscheine-Projekt ist ein Paradebeispiel für Geschichtsaufarbeitung und erfolgreiche interkulturelle Kommunikation nach horrenden historischen Ereignissen. Die Freundschaften, die die Schüler mit den Nachkommen der überlebenden Führerscheinhalter geschlossen haben, zeigen wie Versöhnung auf individueller Ebene stattfinden und weite Kreise ziehen kann. Das Projekt inspiriert alle, die davon hören. Es ist deswegen unsere Hoffnung, diese Geschichte durch den Film so weit wie möglich zu verbreiten und vielleicht dadurch auch andere zur kreativen Erinnerungsarbeit und Versöhnung anzuregen.“
 

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