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Pilotprojekt "Umgang mit geogen erhöhten Stoffgehalten"


    

Wohin mit dem Erdaushub bei Bauprojekten? Um diese Frage zu klären wird der Landkreis Lichtenfels Teil des Pilotprojekts „Umgang mit geogen erhöhten Stoffgehalten“ des Landesamts für Umwelt. Das Projekt soll Erkenntnisse darüber liefern, wie der Bodenaushub wiederverwendet werden kann. Der Boden des Landkreises Lichtenfels bereitet den Baufirmen durch Sande, Kalkstein und Dolomit immer wieder Probleme. Deshalb ist er wie gemacht für solche Untersuchungen. In der Zeit von Juni 2020 bis Sommer 2022 werden an rund 250 Standorten ca. 800 Bodenproben von Acker-, Grünland- und Waldflächen entnommen.

   


Der Landkreis Lichtenfels ist Pilotlandkreis beim Pilotprojekt „Umgang mit geogen erhöhten Stoffgehalten“, das federführend vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) betreut wird. Das Pilotprojekt soll Erkenntnisse darüber liefern, wie künftig die Wiederverwendung von bei Bauprojekten entstehendem Erdaushub erleichtert werden kann. Insbesondere soll untersucht werden, ob bzw. unter welchen Voraussetzungen Erdaushub aus Bauprojekten künftig ohne kostenintensive Beprobung des Materials innerhalb des Kreisgebietes verbracht bzw. wiederverwendet werden könnte.

Baustelle

          


Der Boden des Landkreises Lichtenfels ist aufgrund der vorkommenden Bodenausgangsgesteine (Sande, Kalkstein, Dolomit etc.) sehr heterogen. Es bereitet den Baufirmen deshalb immer wieder Probleme, Erdaushub kostengünstig zu entsorgen, da eine Ablagerung nur dort möglich ist, wo gleiche Bodenverhältnisse vorliegen. Da das in Bayern verfügbare Bodeninformationssystem (BIS) nur wenig Aufschluss über die geogenen Belastungen der Böden geben kann, wurde seitens des Landkreises Lichtenfels 2019 das Pilotprojekt zur Festsetzung von Gebieten mit natürlich erhöhten Stoffgehalten in Böden angestoßen.

Bodengesteinskarte LichtenfelsAusgangsgesteinskarte Erläuterungen Lkr. LIF

                  


Auf Initiative von Landrat Christian Meißner und Wolfgang Schubert-Raab, Obermeister der Bauinnung Lichtenfels, Präsident der Bayerischen Baugewerbeverbände und Vizepräsident Technik des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, wählte das Bayerische Umweltministerium (StMUV) im Juli 2019 den Landkreis Lichtenfels als Pilotlandkreis aus. Das StMUV stellt die finanziellen Mittel für die Untersuchungen zur Verfügung. Fachlich erfolgt die Durchführung seitens des LfU.

      

2020_06_22006

Im Rahmen des Pilotprojektes sind detaillierte Untersuchungen der unterschiedlichen Flächen zwingend erforderlich, so das Umweltministerium. Deshalb werden in der Zeit von Juni 2020 bis Sommer 2022 an rund 250 Standorten ca. 800 Bodenproben von Acker-, Grünland- und geringfügig auch von Waldflächen entnommen. Für diese Untersuchungen wird an ausgewählten Standorten mittels eines Bohrhammers eine Rammkernsonde (Durchmesser zirka acht Zentimeter) einen Meter in den Boden geschlagen, wie das LfU erläutert. Die aus der Rammkernsonde gewonnene Bodenprobe wird anschließend im LfU-Labor analysiert und danach zusammen mit bereits vorliegenden Analysendaten ausgewertet. Anhand dieser Daten wird schließlich eine Bodenkarte für den Landkreis erstellt.

Um Bodenproben zu nehmen, ist es notwendig, land- und forstwirtschaftlich genutzte Flurstücke kurzzeitig mit der Sondierungsausrüstung zu betreten. Die eigentliche Bodenprobenahme aus der Sonde erfolgt am Rand des Flurstücks bzw. Wegrand. Es wird selbstverständlich darauf geachtet, Flurschäden weitestgehend zu vermeiden. Die entstandenen Bohrlöcher werden zudem anschließend fachgerecht wiederverfüllt.   

                  


Die Probestandorte hat das LfU in der Vorbereitungsphase rein nach bodenkundlichen bzw. geologischen Erkenntnissen ausgewählt. „Bei den Untersuchungen geht es einzig und allein darum, Aufschluss über die geogenen Bodenverhältnisse zu gewinnen und das wird entsprechend beprobt“, unterstreicht Landrat Meißner. „Die Auswahl der Grundstücke als Probestandort stellt keinerlei Grund zur Besorgnis dar. Insbesondere bedeutet dies nicht, dass irgendwelche behördlichen Erkenntnisse hinsichtlich vom Grundstück ausgehender Gefahren oder schädlicher Bodenveränderungen vorliegen“, stellt der Landrat klar. Die Grundstückseigentümer wurden im Vorfeld über die Untersuchungen informiert.

      


Umweltminister Thorsten Glauber hat am 22. Juni 2020 zusammen mit Landrat Christian Meißner und zahlreichen Kommunalpolitkern in Bad Staffelstein den offiziellen Startschuss für das Pilotprojekt gegeben.

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 Die heimische Presse infomiert über den Besuch:

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Bis in den Herbst 2020 haben die Mitarbeiter des LfU Bodenproben entnommen, die dann im Winter 2020/2021 untersucht und bewertet wurden. Zwischen April 2021 und November 2021 werden weitere Standorte untersucht, um Aufschluss über den Boden zu bekommen.

Probenahme Pilotprojekt

   

   

   

   

Landrat Christian Meißner ist es wichtig, dass die Landkreisbevölkerung umfassend über den aktuellen Stand informiert wird. Die heimische Presse berichtet über das Pilotprojekt.

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Die Mitarbeiter des Landratsamtes Lichtenfels wurden am 21.06.2021 im Rahmen eines Arbeitstreffens über die ersten Ergebnisse des Pilotprojektes informiert. Die Streuung der geogen bedingten Konzentrationen bei den Schwermetallen sind zum Teil sehr groß. Den Verantwortlichen ist es wichtig, dass die Hinweiskarten leicht verständlich aufgebaut werden und seitens der Bauwerber, Baufirmen und Planungsbüros möglichst einfach handhabbar sind.

      


Pilotprojekt Landrat

   

        

Auch Landrat Christian Meißner lässt sich ständig über das Pilotprojekt unterrichten. In den Mainauen informierte Uwe Geuß, Projektleiter beim LfU, über dem Fortschritt der Bodenuntersuchungen. Die Tageszeitungen berichten gerne über das Pilotprojekt:

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Für Rückfragen im Rahmen des Pilotprojektes stehen am LfU Dr. Raimund Prinz (Tel. 09281/1800-4790) und Uwe Geuß (Tel. 09281/1800-4782) sowie am Landratsamt Lichtenfels Martin Dirauf (Tel. 09571/18-3413) gerne zur Verfügung.

     

Ansprechpartner / Kontakt

Kontakt
Herr Dirauf
Tel.: 09571/18-3413
Zimmer: 206
Gebäude: Kronacher Str. 30