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Pressemitteilung 013-2021: Stellungnahme von Landrat Christian Meißner:


"Impfteam ist nicht verantwortlich für das Ausbruchsgeschehen"

(LICHTENFELS 15.01.2021). 

Herr Geschäftsführer Franke hat mich mit E-Mail vom 6. Januar 2021 aufgefordert, die Namen und die dazugehörigen Testergebnisse vorzulegen. Zudem hat er in seiner E-Mail mitgeteilt, dass er die Staatsanwaltschaft einschaltet.

1.    Wir geben grundsätzlich keine Auskünfte, wenn die Staatsanwaltschaft eingeschaltet wird. Auch geben wir grundsätzlich keinerlei Gesundheitsdaten an Dritte heraus.

2.    Die Impfteams müssen nicht getestet werden. Es gab und gibt keine Verpflichtung sich testen zu lassen. Auch die Vorgaben des Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege für den Betrieb von Impfzentren sehen diese Tests nicht vor.
Wir machen seit 7. Januar 2021 Antigen-Schnelltests, aber nur aus dem Grund, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Ärzte vor derartigen haltlosen Vorwürfen zu schützen. Die PCR-Tests vom 8. Januar 2021 vom Impfteam waren allesamt negativ. 
Von Seiten des Pflegeheimes Elisabeth wurde dieser Test im Vorfeld auch nicht verlangt und an uns in den Vorgesprächen nicht kommuniziert. Wäre dieser Wunsch geäußert worden, hätten wir selbstverständlich ein Testergebnis vor dem Betreten vorgelegt. Das Impfteam hält sich nur wenige Minuten bei den Bewohnern in den Zimmern auf und ist in Vollschutz vor Ort mit Dienstkleidung, Schutzkittel als auch FFP2-Masken. Auch der Rettungsdienst, der Ärztliche Bereitschaftsdienst oder Ärzte haben bei Betreten des Heimes keine Verpflichtung, einen Schnelltest vorzulegen. Zudem waren 15 Personen vom Impfteam vor Ort, nicht 20 Personen, wie Herr Franke behauptet.
(Anmerkung: Auf Verlangen der Einrichtung muss ein Testergebnis vorgezeigt werden. Ein Antigen-Schnelltest darf bis zu 48 Stunden alt sein und ein PCR-Test bis zu 72 Stunden.)

3.    Gegenüber der Presse habe ich auf Nachfrage auf die Vorwürfe von Herrn Franke reagiert. Viele Anschuldigungen habe ich nur aus der Presse erfahren. Hier verweise ich erneut auf die bereits abgegebenen Stellungnahmen des Landratsamtes.

4.    Ich habe am 12. Januar 2021 mit Herrn Franke telefoniert. In dem Gespräch waren Testungen und Testergebnisse kein Thema. Vielmehr war es der Tenor des Gesprächs, das Ausbruchsgeschehen gemeinsam zu bewältigen. Hier habe ich ihm meine volle Unterstützung zugesagt. 

5.    Das Paul-Ehrlich-Institut (siehe Mitteilung im Anhang) hat unmissverständlich klargestellt, dass es nicht möglich ist, nur aufgrund der Impfung, positiv auf Corona getestet zu werden. Weder per PCR-Test noch per Antigen-Schnelltest! Daher ist auszuschließen, dass die Impfung für das Ausbruchsgeschehen verantwortlich ist, was auch ein Vorwurf von Herrn Franke in seiner Mail vom 6. Januar 2021 war.

Und nochmal in aller Deutlichkeit:
Sowohl Antigenschnelltests als auch PCR-Tests auf SARS-CoV-2 liefern nur eine Momentaufnahme und sagen nichts über den tatsächlichen Infektionsstatus eines Getesteten aus. So kann sich eine Person trotz negativem Testergebnis bereits in der Inkubationsphase befinden. In diesem Fall wird das Ergebnis eines erneuten Tests zu einem späteren Zeitpunkt positiv ausfallen. Daher entbindet ein negativer Test nicht von der konsequenten Einhaltung der AHA-L-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, Lüften).

Seit 28. Dezember 2021 haben wir mit unseren Mobilen Teams in 15 Heimen und Einrichtungen geimpft. Hier ist uns kein einziger positiver Fall bekannt.

Mittweile werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Impfteams von Dritten sogar beschimpft. Das ist nicht tragbar. Herr Franke hat vom Landratsamt für sein Pflegeheim sofort und fortwährend stets Unterstützung bekommen: Gesundheitsamt, Heimaufsicht, Materiallieferungen, etc. Den Antrag auf Bundeswehrunterstützung haben wir umgehend gestellt. Die Soldaten waren heute mit Vorauskommando vor Ort. 

Sein Vorgehen ist eine Medienkampagne gegen mein Landratsamt und auch gegen mein Impfteam. Die Vorwürfe des Geschäftsführers sind völlig aus der Luft gegriffen und haltlos. Als Beispiel: Es wäre das Gleiche, wenn ein auf COVID-19 positiv getesteter Bürger die Mitarbeiter beim Bayerischen Testzentrum für seinen positiven Test verantwortlich macht mit der Begründung: Diese haben sich ja vor seinem Abstrich nicht testen lassen!

Herr Franke täte gut daran, seine Arbeitszeit und Energie zu 100 Prozent dem Ausbruchgeschehen in seinem Heim zu widmen, anstatt fortwährend Interviews und Pressestatements abzugeben und damit Personen für sein Ausbruchsgeschehen verantwortlich zu machen, die absolut nichts für dieses Ausbruchsgeschehen können. Dies bindet bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die ihm eigentlich bei der Bewältigung seines Ausbruchsgeschehen helfen wollen, nur unnötige Kräfte.

Seit März 2020 haben wir im Landkreis Lichtenfels 45 Todesopfer zu beklagen, die mit und an Corona verstorben sind. Seit elf Monaten trage ich in der Pandemie die Verantwortung bei uns im Landkreis. Jeder Tote und auch jeder, der durch das Virus einen schweren Krankheitsverlauf hatte, belastet mich. Ich nehme diese Zahl nicht auf die leichte Schulter, denn viele Familien haben durch das Virus einen geliebten Menschen verloren. Deshalb bin ich dankbar, dass viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Landkreis, im Gesundheitswesen, im Gesundheitsamt, im Testzentrum und im Impfteam seit vielen Wochen und Monaten an der Belastungsgrenze und teilweise auch darüber hinaus arbeiten. Mein größter Wunsch ist, dass sie auch weiterhin den Kopf frei haben und man ihnen für ihre wichtige Arbeit den Rücken stärkt.


Christian Meißner
Landrat

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