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Pressemitteilung 156-2020: Landkreis Lichtenfels ist Pilotlandkreis beim "Umgang mit geogen erhöhten Stoffgehalten"


Vom Bayerischen Umweltministerium ausgewählt / Landesamt für Umwelt macht in den kommenden Monaten Bodenanalysen

LICHTENFELS (19.05.2020). Der Landkreis Lichtenfels ist Pilotlandkreis beim Pilotprojekt „Umgang mit geogen erhöhten Stoffgehalten“, das federführend vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) betreut wird. Das Pilotprojekt soll Erkenntnisse darüber liefern, wie künftig die Wiederverwendung von bei Bauprojekten entstehendem Erdaushub erleichtert werden kann. Insbesondere soll untersucht werden, ob bzw. unter welchen Voraussetzungen Erdaushub aus Bauprojekten künftig ohne kostenintensive Beprobung des Materials innerhalb des Kreisgebietes verbracht bzw. wiederverwendet werden könnte.

Der Boden des Landkreises Lichtenfels ist aufgrund der vorkommenden Bodenausgangsgesteine (Sande, Kalkstein, Dolomit etc.) sehr heterogen. Es bereitet den Baufirmen deshalb immer wieder Probleme, Erdaushub kostengünstig zu entsorgen, da eine Ablagerung nur dort möglich ist, wo gleiche Bodenverhältnisse vorliegen. Da das in Bayern verfügbare Bodeninformationssystem (BIS) nur wenig Aufschluss über die geogenen Belastungen der Böden geben kann, wurde seitens des Landkreises Lichtenfels 2019 das Pilotprojekt zur Festsetzung von Gebieten mit natürlich erhöhten Stoffgehalten in Böden angestoßen.

Auf Initiative von Landrat Christian Meißner und Wolfgang Schubert-Raab, Obermeister der Bauinnung Lichtenfels, Präsident der Bayerischen Baugewerbeverbände und Vizepräsident Technik des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, wählte das Bayerische Umweltministerium (StMUV) im Juli 2019 den Landkreis Lichtenfels als Pilotlandkreis aus. Das StMUV stellt die finanziellen Mittel für die Untersuchungen zur Verfügung. Fachlich erfolgt die Durchführung seitens des LfU.

Im Rahmen des Pilotprojektes sind detaillierte Untersuchungen der unterschiedlichen Flächen zwingend erforderlich, so das Umweltministerium. Deshalb werden in der Zeit von Juni 2020 bis Sommer 2022 rund 250 Bodenproben von Acker-, Grünland- und geringfügig auch von Waldflächen entnommen. Für diese Untersuchungen wird an ausgewählten Standorten mittels eines Bohrhammers eine Rammkernsonde (Durchmesser zirka acht Zentimeter) einen Meter in den Boden geschlagen, wie das LfU erläutert. Die aus der Rammkernsonde gewonnene Bodenprobe wird anschließend im LfU-Labor analysiert und danach zusammen mit bereits vorliegenden Analysendaten ausgewertet. Anhand dieser Daten wird schließlich eine Bodenkarte für den Landkreis erstellt.

Um Bodenproben zu nehmen, ist es notwendig, land- und forstwirtschaftlich genutzte Flurstücke kurzzeitig mit der Sondierungsausrüstung zu betreten. Die eigentliche Bodenprobenahme aus der Sonde erfolgt am Rand des Flurstücks bzw. Wegrand. Es wird selbstverständlich darauf geachtet, Flurschäden weitestgehend zu vermeiden. Die entstandenen Bohrlöcher werden zudem anschließend fachgerecht wiederverfüllt. 

Die Probestandorte hat das LfU in der Vorbereitungsphase rein nach bodenkundlichen bzw. geologischen Erkenntnissen ausgewählt. „Bei den Untersuchungen geht es einzig und allein darum, Aufschluss über die geogenen Bodenverhältnisse zu gewinnen und das wird entsprechend beprobt“, unterstreicht Landrat Meißner. „Die Auswahl der Grundstücke als Probestandort stellt keinerlei Grund zur Besorgnis dar. Insbesondere bedeutet dies nicht, dass irgendwelche behördlichen Erkenntnisse hinsichtlich vom Grundstück ausgehender Gefahren oder schädlicher Bodenveränderungen vorliegen“, stellt der Landrat klar. Die Grundstückseigentümer wurden im Vorfeld über die Untersuchungen informiert.

Für Rückfragen im Rahmen des Pilotprojektes stehen am LfU Dr. Raimund Prinz (Tel. 09281/1800-4790) und Uwe Geuß (Tel. 09281/1800-4782) sowie am Landratsamt Lichtenfels Martin Dirauf (Tel. 09571/18-354) gerne zur Verfügung.
 

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