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Pressemitteilung 396-2019: „Kulturelle Begegnungen mit Menschen jüdischen Glaubens wichtiger denn je“


Autorin Lea Fleischmann erarbeitet bei Projektwoche am Meranier-Gymnasium mit Sechstklässlern beeindruckende Ausstellung – Vernissage mit Vortrag von Arie Rosen zum Schabbat

LICHTENFELS (21.11.2019). „Mit Blick auf die Geschehnisse in den vergangenen Wochen sind kulturelle Begegnungen mit Menschen jüdischen Glaubens und deren Traditionen wie im Rahmen dieser Projektwoche wichtiger denn je“, unterstrich Landrat Christian Meißner bei der Vernissage zum Projekt „Sabbat, Sonntag – der Ruhetag in der Woche“ am Meranier-Gymnasium. Studienrätin a.D. Lea Fleischmann sich im Rahmen eines Freiwilligen-Projekts “ mit einer Gruppe von rund 20 Schülerinnen und Schülern der 6. Jahrgangsstufe im Nachmittagsunterricht das Thema „Sabbat, Sonntag – der Ruhetag in der Woche“ beleuchtet und in kreativen künstlerischen Arbeiten umgesetzt. Die beeindruckenden Ergebnisse zeigt eine Ausstellung in der Aula der Schule.

„Wir werden diesen Weg weiter gehen“ 
„Menschen jüdischen Glaubens haben früher auch bei uns in Lichtenfels gelebt“, stellte Landrat Meißner in seinem Grußwort bei der Eröffnung der Ausstellung heraus. Infolge der Verbrechen im Dritten Reich lebten hier heute keine mehr. Gerade auch vor dem Hintergrund des jüngsten Terroranschlags in Halle sei es gerade für junge und künftige Generationen umso wichtiger, sich mit dem jüdischen Leben und der jüdischen Kultur auseinanderzusetzen. Beispielhaft sei dies im Rahmen des P-Seminars „13 Führerscheine – Dreizehn jüdische Schicksale“ geschehen. Die Projektwoche begrüßte Meißner als weiteren Beitrag: „Wir werden diesen Weg weitergehen.“ Das betonte auch Schulleiter Stefan Völker. 

Von einer „wunderbaren Woche“ sprach Projektleiterin Lea Fleischmann, bei der Eröffnung der Ausstellung. Parallel zur Projektarbeit hatte sie in Koordination mit der Fachschaft Religion während der gesamten Woche Vorträge und Unterrichtseinheiten zu historischen und aktuellen, auch höchst politischen Fragestellungen im Bereich des Judentums und des Antisemitismus in den Jahrgangsstufen 8 – 10 gehalten. 

Wiege der monotheistischen Weltreligionen
Fleischmanns Sohn, Arie Rosen, geboren in Deutschland (Frankfurt am Main), sprach in einem Vortrag über Jerusalem, wo er jetzt lebt, und den „Schabbat als Ruhetag“. Er beschrieb Jerusalem als „Wiege der drei monotheistischen Religionen“ und die religiöse Atmosphäre dort. Vor seiner Auswanderung habe er sich nicht mit Religion auseinandergesetzt gehabt, so Rosen. Erst als er zum Militärdienst eingezogen und zum Sanitäter ausgebildet wurde, traf er religiöse Kameraden. Die Gespräche mit ihnen erweckten sein Interesse am Judentum und nach der Militärzeit begann er in einer Jeschiwa, einer religiösen Hochschule, Thora zu lernen. Den Schüler/innen des Meranier-Gymnasiums zeigte Rosen ein Muster einer Thorarolle und erläuterte, was die Thora beinhaltet.

Insbesondere ging er auf das Gebot „Höre Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist Einer“ ein. Dieses Gebot steht in den Gebetskapseln und in der Mesusa, einem kleinen Behälter aus Holz oder Metall, der an die Türpfosten angebracht wird. Der Referent zeigte den Schüler/innen diese Kultgegenstände und erklärte, dass dieses Gebot die Grundlage des Monotheismus ist und deswegen eine herausragende Bedeutung hat. 

Im Anschluss sprach er über das Schabbatgebot, eines der zehn Gebote, und las eine Passage aus dem Buch „Schabbat – das Judentum für Nichtjuden erklärt“ von Lea Fleischmann vor. Sie beschreibt darin die Aktualität dieses alten Gebotes, das den Menschen auffordert, die Schöpfung zu ehren und sie am Schabbat nicht anzutasten, sondern in Ruhe zu lassen. In einer Zeit, in der die Schnelligkeit zunimmt und die Menschen nicht mehr zu Ruhe kommen, sei die Auseinandersetzung mit diesem Gebot außerordentlich wichtig, so Rosen. 

Kein Feuer, kein Handy, kein Auto
Als Beispiel führte er an, dass am Schabbat kein Feuer, das bedeutet kein Verbrennungsprozess in Gang gesetzt werden darf, und da beim Autofahren eine Zündung betätigt wird, benutzen religiöse Juden am Schabbat kein Auto. Ebenso verzichten sie auf das Ein- und Ausschalten von Strom und benutzen kein Handy und keine elektronischen Medien. Anstelle dessen, dient der Schabbat der Familie und Gemeinschaft. Detailliert beschrieb Rosen, wie der Schabbat gefeiert wird und präsentierte ihnen wichtige Kultgegenstände.

Im Anschluss arbeitete der Referent mit den Schüler/innen Gemeinsamkeiten mit dem Sonntag heraus: Schabbatruhe – Sonntagsruhe, Schabbatessen – Sonntagsessen, Schabbatkleid – Sonntagskleid, Gottesdienst in der Synagoge – Kirche sowie ein Tag für die Familie in beiden Religionen. Zum Abschluss brachte Arie Rosen den Gymnasiast/innen ein Schabbatlied bei, das sie begeistert mitsangen.

Schulleiter Stefan Völker dankte Lea Fleischmann sowie ihrem Sohn Arie Rosen für die beeindruckende Woche der „kulturellen Begegnungen“. Lea Fleischmann überreichte ihm für die Schule zwei Bücher, darunter aus ihrer Feder stammende „Das Judentum für Nichtjuden verständlich gemacht“.

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„Kulturelle Begegnungen mit Menschen jüdischen Glaubens und deren Traditionen wie im Rahmen dieser Projektwoche sind heute wichtiger denn je“, unterstrich Landrat Christian Meißner (re.) bei der Vernissage zum Projekt „Sabbat, Sonntag – der Ruhetag in der Woche“ am Meranier-Gymnasium. Studiendirektorin a. D. Lea Fleischmann hatte im Rahmen dessen mit Schüler/innen der 6. Jahrgangsstufe eine beeindruckende Ausstellung geschaffen, die sie gemeinsam mit Schulleiter Stefan Völker und ihrem Sohn Arie Rosen eröffnete. Foto: Landratsamt Lichtenfels/Heidi Bauer 

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In einem kurzweiligen Vortrag erläuterte Arie Rosen den Schüler/innen des Meranier-Gymnasiums, wie der Schabbat gefeiert wird und zeigte eine Thorasolle sowie Kultgegenstände. Foto: Landratsamt Lichtenfels/Heidi Bauer

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Lea Fleischmann überreichte Schulleiter Stefan Völker zwei Bücher, darunter aus ihrer Feder stammende „Das Judentum für Nichtjuden verständlich gemacht“. Foto: Landratsamt Lichtenfels/Heidi Bauer

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