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Pressemitteilung 022-2019: P-Seminar „13 Führerscheine- Jüdische Schicksale“ des Meranier-Gymnasiums Vorrundensieger beim P-Seminar-Preis 2017/2019 – Würdigung durch Kultusministerium


Landrat Christian Meißner: Anerkennung für ein großartiges Projekt, das inzwischen international Aufmerksamkeit auf sich zieht

LICHTENFELS. „Es erfüllt mich mit großem Stolz, dass das P-Seminar 2pg des Meranier-Gymnasiums Lichtenfels für sein Projekt „13 Führerscheine – Dreizehn jüdische Schicksale“ im Leitfach Geschichte auf oberfränkischer Ebene in der Vorrunde für den P-Seminar-Preis 2017/2019 ausgezeichnet wird“, freut sich Landrat Christian Meißner über die Nachricht, die am Montagvormittag aus dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus kam.

„Ich gratuliere den Schülerinnen und Schülern des Seminars unter der Federführung von Seminarleiter Manfred Brösamle-Lambrecht ganz herzlich zu diesem Erfolg. Sie haben sich mit enormem Engagement auf Spurensuche begeben und ein außergewöhnliches Projekt geschaffen, das mittlerweile international Anerkennung findet“, sagt Meißner. Umso mehr freue es ihn, dass dies nun auch seitens des Kultusministeriums gewürdigt werde.

Der Lichtenfelser Landrat hatte den Anstoß für dieses Projekt-Seminar gegeben. Alles begann mit einem Zufallsfund im Landratsamt Lichtenfels: Im Frühjahr 2017 war ein alter brauner Umschlag, der bei Aufräumarbeiten im Rahmen der Digitalisierung aufgetaucht war, auf dem Schreibtisch von Landrat Christian Meißner gelandet. Der Inhalt: 13 Führerscheine, die man jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern des damaligen Bezirksamtes Lichtenfels 1938 abgenommen hatte - teils bei deren Emigration, teils im Zusammenhang mit den Novemberpogromen.

„Meine Idee war es, dass man diese Führerscheine nicht einfach dem Staatsarchiv zurückgibt, sondern das wir junge Leute, Abiturienten, bitten, im Rahmen eines P-Seminars zu untersuchen, wer waren denn eigentlich diese Menschen und welche Schicksale hatten sie“, erläutert Landrat Christian Meißner. Sein Gedanke: „Wir müssen uns unserer Vergangenheit stellen und die Lokalgeschichte aufarbeiten. Was aus diesen Recherchen der Schülerinnen und Schüler des P-Seminars 2pg am Meranier-Gymnasiums Lichtenfels (MGL) geworden ist, ist einfach großartig: Eine einzigartige Ausstellung, die diese 13 Leben und ihre zum Teil äußerst tragischen Wege dokumentiert. Es geht sehr unter die Haut. Die jungen Leute haben es in einer außergewöhnlichen Spurensuche geschafft, 80 Jahre später den Namen jeweils ein Gesicht zurückgegeben“, so der Landrat. Sein besonderer Dank gilt den Schülerinnen und Schülern mit ihrem Seminarleiter für ihr großes Engagement: „Das ist beispielhaft.“

Die Ausstellung war am 5. November 2018 eröffnet worden. Anlässlich dessen waren Nachfahren der ehemaligen Führerscheininhaberinnen und -inhaber aus Nord- und Südamerika nach Lichtenfels gekommen. Inzwischen hat das Projekt nicht nur bundesweit, sondern international großes Interesse bei Schulen, Institutionen und Museen geweckt. International berichten Medien über die Recherchen der Lichtenfelser Gymnasiasten.

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat am Montag mitgeteilt, dass das Meranier-Gymnasium zu den 23 Vorrundensiegern des „P-Seminar-Preises 2017/2019“ zählt. Weitere Sieger auf oberfränkischer Ebene sind das E.T.A. Hoffmann-Gymnasium Bamberg mit „Dialog der Kulturen – Kaffee-Projekt (Leitfach: Evangelische Religionslehre) und das Gymnasium Christian-Ernestinum Bayreuth: Wilhelmines Opernhaus (Leitfach: Deutsch.

In den kommenden Wochen werden die acht Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Bayern zusammen mit Vertretern der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. die jeweils besten Seminare ihres Bezirkes prämieren. Die ausgezeichneten Teams erhalten je ein Preisgeld von 200 Euro. Aus den 23 Vorrundensiegern werden schließlich die vier besten P-Seminare auf Landesebene ermittelt. Die Ehrung der Landessieger mit dem „P-Seminar-Preis 2017/2019“ findet am 25. März in München statt. An der Festveranstaltung werden neben Kultusminister Michael Piazolo unter anderem vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt, Michael Mötter, stellvertretender Geschäftsführer des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft und Kerstin von Aretin, Repräsentantin der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG, teilnehmen.

Hintergrund (Quelle Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus)
Die Schülerinnen und Schüler besuchen in der Oberstufe des Gymnasiums ein Projekt-Seminar zur Studien- und Berufsorientierung. Die Zusammenarbeit mit externen Partnern ermöglicht ihnen dabei interessante Einblicke in die Bedingungen und Anforderungen der Arbeitswelt. Mit dem „P-Seminar-Preis“ werden besonders gelungene Projekte geehrt. Die Gymnasien konnten sich bei der jeweils zuständigen Dienststelle der Ministerialbeauftragten für die Auszeichnung bewerben.

Der „P-Seminar-Preis“ wird jährlich gemeinsam vom Bayerischen Kultusministerium und den drei Kooperationspartnern, der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V. (bbw) und der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG, ausgeschrieben.

Bei der Auswahl der Preisträger stehen insbesondere Konzeption, Umsetzung und Ergebnis der P-Seminare im Fokus. Eine wichtige Rolle spielen neben Projektidee, Zielsetzung und Projektplanung auch die Kontakte zu außerschulischen Partnern sowie die Berücksichtigung der Studien- und Berufsorientierung. Darüber hinaus fließen die Anwendung von Methoden des Projektmanagements und der Teamarbeit sowie die abschließende Präsentation der Arbeitsergebnisse in die Bewertung mit ein.

 

022 - 2019_01_28_PM Projektseminarpreis für MGL-großes Interesse an Wanderaustellung

Mit seinem Projekt „13 Führerscheine- Jüdische Schicksale“ im Leitfach Geschichte wurde das P-Seminar 2pg des Meranier-Gymnasiums Lichtenfels Vorrundensieger beim P-Seminar-Preis 2017/2019. Die gleichnamige Ausstellung wurde am 5. November eröffnet und ist seither auf Reisen. Foto: Landratsamt Lichtenfels/Heidi Bauer

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