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Pressemitteilung 136: Eichen aus dem Staatsforst für das Keltentor


Bayerische Staatsforsten stellen Holz für Rekonstruktion des Zangentors am Staffelberg zur Verfügung – Bearbeitung nach alter Handwerkskunst

LICHTENFELS/BAD STAFFELSTEIN. Akribisch und mit gleichmäßigen Schlägen hämmert Klaus Schmidt mit einem speziellen Handbeil auf den riesigen Eichenstamm ein: „Jetzt weiß ich, wofür ein Dexel eingesetzt wird“, stellt Landrat Christian Meißner fest. Um Rundstämme zu Balken zu behauen, erklären der Forstwirt des Forstbetriebs Rothenkirchen und der leitende Archäologe der Kelten-Ausgrabungen am Staffelberg, Dr. Markus Schußmann, bei einem Ortstermin.

Schon vor 2000 Jahren wurde Eichenholz als Konstruktionsbaustoff eingesetzt und deswegen soll auch bei der möglichst originalgetreuen Rekonstruktion des keltischen Zangentores darauf gesetzt werden. Das gesamte Holz für die Nachbildung stellen die Bayerischen Staatsforsten als großzügige Spende zur Verfügung. Forstbetriebsleiter Peter Hagemann vom Forstbetrieb Rothenkirchen organisiert und koordiniert die Bereitstellung und zeigen sich auch was die Bearbeitung anbelangt als kompetenter und engagierter Partner.

Die archäologischen Grabungen am Staffelberg haben es ans Licht gebracht: Die keltische Verteidigungsanlage war mit sehr viel  Eichenholz errichtet. Verwendung fand das Eichenholz vor allem als Stützelement innerhalb der Pfostenschlitzmauer, aber auch als Baumaterial des – vermutlich – mächtigen Torhauses.

Die Eichen wurden in der Keltenzeit als behauene Balken verwendet. Forstwirt Klaus Schmidt aus dem Forstrevier Weismain und zudem gelernter Schreiner, hat sich die alte Handwerkskunst zu Eigen gemacht und  - sozusagen  probeweise – den ersten Balken nach alter Manier mit dem Handbeil behauen.

Schmidts Begeisterung für das Projekt und die  Holzbearbeitung teilt auch Peter Hagemann: „Wir freuen uns auf die gemeinsame Kooperation mit dem Landkreis Lichtenfels. Das Sichtbarmachen unseres Kulturerbes unter Einsatz des alten und neuen Baustoffs Holz passt zum Nachhaltigkeitsgrundsatz der Bayerischen Staatsforsten.“

Eichen sind tiefwurzelnde und klimastabile Bäume, die in der Lebensgemeinschaft Wald wertvoll für  zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sind. Langfristig soll der Anteil an Eichen im Gebiet der Bayerischen Staatsforsten noch zunehmen. Aktuell weist der Staatswald im Landkreis Lichtenfels einen Vorrat von fast 100.000 Festmetern Eichenholz auf. In jedem Jahr wachsen über 3000 Festmeter zu, geerntet werden jährlich rund 700 Festmeter.

Für die Nachbildung der keltischen Verteidigungsanlage werden über 50 Kubikmeter fertig bearbeitetes Holz Verwendung finden.

Hintergrundinfo:
Festmeter bezeichnet die unbearbeitete, geerntete Rundholzmasse, ist aber gleich Kubikmeter. Für einen Kubikmeter verarbeitetes Holz (Balken, Bretter) benötigt man etwa zwei bis drei Festmeter Rundholz.

 

136 - 2018_05_07_PM Eichenholz aus dem Staatsforst für das Keltentor (25)

Zeigte, wie ein Rundstamm mit dem Dexel zum Balken behauen wird: Forstwirt Klaus Schmidt (Mitte) von den Bayerischen Staatsforsten beim Ortstermin mit (v.li.) Landrat Christian Meißner, Projektleiterin Andrea Musiol, Forstbetriebsleiter Peter Hagemann und dem leitenden Archäologe Dr. Markus Schußmann. Sie zeigten sich beeindruckt von den Ausmaßen des Eichenbalkens, der seine spätere Verwendung im Torhaus der keltischen Verteidigungsanlage finden wird. Foto: Landratsamt/Heidi Bauer

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