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Pressemitteilung 078: Von wilden Wölfen und wilden Bienen


Seminar des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege stößt auf reges Interesse

Unter diesem Motto fand kürzlich in Mainroth im Jugendheim ein Seminar für Garten-Interessierte statt, zu dem der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege eingeladen hatte. Kreisfachberater Michael Stromer konnte als Referenten zwei Kenner der Tiere begrüßen, nämlich Jan Ebert und Günter Reif.  Jan Ebert betreut das Projekt „Wolfsspuren – vom Umgang mit einem Heimkehrer“ beim Bund Naturschutz Bamberg.

Er brachte in seinem Vortrag interessante Fakten  zur Herkunft, Lebensweise und zur derzeitigen Verbreitung des Wolfes in Deutschland. So gibt es aktuell drei standorttreue Wolfspärchen in Bayern, nämlich bei Grafenwöhr, im Bayerischen Wald  und im Veldensteiner Forst. Das Territorium eines Rudels, also einer Wolfsfamilie mit den Jungen  von normalerweise 2 Jahren,  beträgt dabei ungefähr die Stadtgröße von Nürnberg oder München. Ein Wolf legt gerade nachts große Strecken, bis zu 70 km, zurück, so dass er vermutlich auch schon durch unsere Gegend gezogen ist.

Oft wird der gegenüber dem Menschen sehr scheue Wolf aber auch mit wolfsähnlichen Hunden oder anderen Tieren verwechselt. Bei näherer Betrachtung sei das auch bei vielen reißerischen Medienberichten über den Wolf zu vermuten. Jan Ebert ging fundiert auch auf das Konfliktfeld von Wolf und Weidetierhaltung ein. Viele Schäfer oder Rinderhalter sammeln gerade Erfahrungen mit der Haltung von Herdenschutzhunden und Elektrozäunen und können so das Übergriffs-Risiko stark reduzieren. Bei dieser zusätzlichen finanziellen und arbeitszeitlichen Belastung sieht Jan Ebert allerdings den Staat hinsichtlich Förderung zukünftig noch stärker in der Pflicht.

Der zweite Seminarteil war den Wildbienen gewidmet. Das öffentliche Interesse an den Insekten ist zwar wesentlich geringer als an der Rückkehr des Wolfes, im Gleichgewicht der Natur spielen sie allerdings eine große Rolle. Ihre Bestäubungsleistung ist von unschätzbarem Wert. Der Referent Günter Reif, 1. Vorsitzender des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Kulmbach, beschäftigt sich in seinem eigenen Garten seit Jahrzehnten mit den Wildbienen, die im Gegensatz zur Honigbiene nicht in Völkern zusammenleben.

Die unterschiedlichen Wildbienenarten haben auch unterschiedliche Flugfenster  im Jahresverlauf, so dass von März bis in den Spätherbst aktive Wildbienen unterwegs sind, auch wenn die einzelne Art nur 6-8 Wochen als erwachsenes Insekt auftritt. Ihr Aktionsradius ist mit 100 Metern wesentlich geringer als der der Honigbiene, umso gezielter kann man sie aber zur Bestäubung einsetzen. Die gehörnte Mauerbiene beispielsweise fliegt bereits ab 5 °C und ist damit ein sehr wichtiger Bestäuber für Apfel- und Birnbäume, wenn in der Blütezeit kühle Temperaturen vorherrschen.

Günter Reif gab während seines Vortrages viele praktische Tipps für den Bau von Wildbienenkästen und für die Anlage unserer Gärten. So sei ein „englischer“ Rasen und der Vertikutierer ein „Hauptfeind“ mancher Wildbienenarten, die als Sandbienen einen teiloffenen, möglichst ungestörten Boden als Brutraum brauchen. Blütenreiche Gärten über das ganze Jahr hinweg sind dagegen das Paradies für die Wildbienen und letztlich auch für den Menschen. 

078 - 2018_03_29_PM Wilde Tiere-Gehörnte Mauerbiene

Die gehörnte Mauerbiene gehört zu den häufigsten Wildbienen und nimmt das angebot von Nisthilfen (Wildbienenhotels) mit den Brutröhren in Stengeln, Holzlöchern und Ritzen gerne an. Foto Landratsamt

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