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Pressemitteilung 012: So war das Gartenjahr 2016


Gartentipps

Bevor wir in das neue Gartenjahr starten, sollten wir auf das vergangene zurückblicken. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie zeigen, welche Fragen am Gartentelefon besonders relevant waren.
Im Großen und Ganzen war das Jahr recht durchwachsen. Wetterextreme wie in den letzten Jahren waren kaum zu verzeichnen und trotzdem gab es ein paar Auffälligkeiten.

Mit dem Wetter durch das Jahr
Auf einen milden Winter ohne lange Frostperioden folgte ein nasses und kaltes Frühjahr. In manchen Teilen Bayerns führten starke Regenfälle zu Erosionen und Verschlämmungen des Bodens. Die nassen Böden erwärmen sich schlecht und somit hatten Sägemüse und wärmeliebende Kulturen wie Zucchini und Kürbis große Anwachsschwierigkeiten. Tiefe Lufttemperaturen und trübe Tage ohne viel Sonne bis ins späte Frühjahr hinein verstärkten dies. Nicht allein der Frost hatte Blüten geschädigt, schon kalte Temperaturen führten ebenso zu Knospenschädigungen und Blütenverkrüppelungen an Rosen und Steinobst. Auch Kernobstfrüchte zeigten Fruchtberostungen und -deformationen durch Kälteeinwirkung.

Bis Mitte Juni hat es immer wieder reichlich geregnet. Besonders mehrjährige Pflanzen wuchsen deshalb recht üppig. Beim Obst jedoch zeigten sich verstärkt Pilzkrankheiten wie Kräuselkrankheit am Pfirsich und Frühbefall durch Schorf besonders beim Apfel. Während in den letzten Jahren kaum Falscher Mehltau an den Tafeltrauben zu finden war, gab es nun durch die Niederschläge verstärktes Auftreten. Bei Erdbeeren waren vor allem die frühen Sorten weniger geschmackvoll und die Früchte stärker von Fäulnis- und Schimmelerregern geschädigt.

Man kann sagen, dass 2016 ein Tomatenjahr war. Als die Gefahr durch Kraut- und Braunfäule zu befürchten war, hörte der Regen auf und durch die nun warme und trockene Luft konnten sich die Früchte bis in den Herbst hinein gut und gesund entwickeln.

Im Sommer folgten kurze heiße Phasen. Nachts jedoch war es sehr kühl, dass es kaum Nächte gab, an denen man gemütlich im Freien sitzen konnte. Der Echte Mehltau trat deshalb an fast allen Pflanzen auf. Das ab Mitte August bis Ende September trockene und warme Wetter erschwerte den Saaten wie Feldsalat das Auflaufen und verminderte das Wachstum.

Auffallend war die schöne Herbstfärbung über Wochen hinweg. Durch das hohe Wasserangebot während des Jahres und fehlende stärkere Nachtfröste im November blieb das Laub sehr lange hängen. Besonders bei Obstbäumen konnte man erkennen, dass die Blätter gar nicht färbten und bis zum Blattfall im Dezember grün am Baum hingen. Auch der Dezember brachte nur Temperaturen um den Gefrierpunkt. An Schnee und extreme Kälte ist zunächst nicht zu denken.

Was machten die Schädlinge?
In diesem Frühjahr kamen vermehrt Anrufe zum Frostspanner. Die kleinen Raupen fraßen wieder manche Obstgehölze kahl. Mangelnde Vorsorge der Freizeitgärtner (Leimringe Ende September), aber auch der vergangene milde Winter führten zu einem starken Befall. Auch Eulenraupen traten verstärkt auf. Selbst im sehr zeitigen Frühjahr gab es von Schäden zu berichten. Hier hat es vor allem Stauden getroffen, später auch verschiedene Gemüse. Eine weitere schädigende Raupe ist der Buchsbaumzünsler. Auch zu diesen Schäden wurden viele Anrufe registriert.

Da es bis auf wenige Wochen im August doch eher kühl und feucht war, konnte sich eine große Kirschessigfliegenpopulation aufbauen. Große Schäden gab es bei den späten Sommerhimbeeren, Herbsthimbeeren, Brombeeren und überreifen Zwetschgen. Für Tafeltrauben kamen rechtzeitig heiße Temperaturen, die die Population der Kirschessigfliege zusammenbrechen ließ.

Vermehrt erreichen uns Anfragen wegen geschädigter Nüsse. Die grüne Schale wird schwarz und lässt sich nicht mehr entfernen. Oft ist die Walnussfruchtfliege der Verursacher. Wenn dann auch noch viel Feuchtigkeit dazukommt, schimmeln die Fruchtkerne.

Was bringt die Zukunft?
Jedes Gartenjahr ist anders. So können wir heute keine Prognosen liefern. Der Klimawandel erhöht das Risiko an Spätfrösten und verstärkt den Befall mit vielen Schädlingen. Als Gärtner lebt man stets mit der Natur und muss bei Bedarf Maßnahmen ergreifen. Eine bodenschonende und naturnahe Bewirtschaftung ist eine solide Grundvoraussetzung für ein gutes Gelingen im neuen Gartenjahr.

Und außerdem:

www.lwg.bayern.de/gartenakademie/index.php
(die Internetseiten der Bayerischen Gartenakademie)

www.lwg.bayern.de/gartenakademie-infoschriften - Infoschriften
www.lwg.bayern.de/gartenakademie-gartentipps - jede Woche neu
www.lwg.bayern.de/gartenakademie-gemueseblog - Neues aus dem Schaugarten
www.lwg.bayern.de/gartenakademie-gartencast - Gartentipps zum Hören

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Isolde Keil-Vierheilig, Bayerische Gartenakademie

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