LICHTENFELS (12.12.2025) An der St.-Katharina Schule begann der Schultag der achten und neunten Klasse nicht alltäglich. Das Bamberger Theater Chapeau Claque besuchte mit zwei Schauspielern die Schule mit dem Klassenzimmertheaterstück „Limit“. Und so wurde das Klassenzimmer kurzer Hand zum Theater umfunktioniert. Eine Kulisse wurde aufgebaut und die Zuschauer im Halbkreis um die Spielfläche platziert. Schon die erste Szene fesselte Schülerinnen und Schüler: Basti erwacht im Krankenhaus und kann sich an nichts mehr erinnern. Erst als Nina kommt und ihn mit Vorwürfen überschüttet, wird Basti klar, dass er wegen seines unkontrolliertem Alkoholkonsums am Vortag bei einer Party im Klinikum gelandet ist. Das Theaterstück erzählt nach und nach rückwärts, wie es zu so einer Entwicklung kommen konnte. Nina berichtet eindrücklich, wie es ihr ging, als Basti von der Party verschwunden war und sie ihn nach längerer Suche bewusstlos im Straßengraben gefunden hat. Mit Fragen, die sich auch Jugendliche in ähnlichen Situationen stellen würden, wird Nina in dieser Situation konfrontiert: Kommt, wenn ich den Rettungswagen rufe, auch die Polizei? Kontrolliert dann die Polizei auch die ganze Party? Kriegt Basti Ärger? Und auch Basti erfährt, dass er peinliche Kommentare über Nina und sich in den Klassenchat geschrieben hat. Nach dieser ersten Szene überlegten die Darsteller gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Folgen von Alkoholkonsum. Es wurde diskutiert, was in Notfall getan werden muss und sogar die stabile Seitenlage wurde kurz gezeigt. Anschließend zeigten zwei weitere Szenen, wie es überhaupt zu so einem Alkoholabsturz kommen konnte. Während in der zweiten Szene erklärte, wie Basti nach und nach betrunkener wurde und welche typischen Verhaltensweisen er dabei zeigte, konnte in der dritten Szene beobachtet werden, wie beide gemeinsam zur Party gehen. Unsicherheiten von Seiten Bastis, der neu in der Stadt war und eigentlich auf seinen kleinen Bruder aufpassen sollte, aber auch Vorfreude von Nina und die Hoffnung, dass sich vielleicht aus der Freundschaft der beiden mehr entwickeln könnte, standen hier im Mittelpunkt.
Den Schauspielern gelang es auch nach jeder Szene das Publikum in eine lebhafte Diskussion einzubeziehen. Es wurden gemeinsam überlegt, welche Gründe es für Alkoholkonsum gibt, wie gesundheitsgefährdende Grenzen nicht überschritten werden können und wie man es schafft, dem Gruppendruck zu entkommen. Dabei streuten die Schauspieler auch immer wieder wichtige Informationen mit ein, wie beispielsweise den Promillegehalt einzelner Getränke und wie lange es tatsächlich dauert, den Alkohol im Körper wieder abzubauen. Auch der Tipp gerade für Mädchen, die in Bars in Bedrängnis sind, einen „Angel Shot“ zu bestellen oder zu fragen „Wo ist Luise“, beides sind Codeworte, die auf eine Gefahr hinweisen, wurde vom Publikum interessiert aufgenommen.
Beim Klassenzimmertheater „Limit“ ging es nicht darum, mit erhobenem Zeigefinger vor Alkohol zu warnen. Vielmehr sollten die Jugendlichen angeregt werden, sich mit dem Konsumgefahren auseinander zu setzen und ihre eigenen Entscheidungen hinsichtlich von Alkohol verantwortungsvoll und kompetent zu treffen. Die Szene griffen dabei die Lebenswelt der Jugendlichen alltagsnah auf und durch die lebhaften Nachbesprechungen wurden die gezeigten Inhalte vertieft.
Das Bamberger Theater Chapeau Claque wurde vom Alkoholpräventionsprojekt HaLT des Landkreises Lichtenfels eingeladen und besuchte neben dem Förderzentrum auch die Mittelschulen in Bad Staffelstein, Lichtenfels, Altenkunstadt und Redwitz, die Realschulen in Bad Staffelstein und Burgkunstadt sowie die Gymnasien in Lichtenfels und Burgkunstadt. Das Projekt HaLT, das aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP) und mit Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen nach § 20a SGB V gefördert wird, ist dabei ein kommunales Alkoholpräventionsprojekt zum Schutz von Kindern und Jugendlichen mit einer Vielzahl von Netzwerkpartnern wie dem Erzieherischen Jugendschutz, den Kliniken, dem BRK Lichtenfels und dem Arbeitskreis „Unser Landkreis Lichtenfels – gemeinsam gegen Drogen“.
Bildunterschrift:
Am Anfang hatten Nina und Basti noch Spaß auf der Party.
Foto: (Landratsamt Lichtenfels/Claudia Lang)
