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Pressemitteilung 220 - 2025: Naturschutz am Staffelberg


Führung zu Naturschutzwiesen und -Beweidung

LICHTENFELS (22.07.2025) – Neue Erkenntnisse und eine interessante Führung im Staffelberggebiet erlebte eine Gruppe Landwirte und Naturschutzinteressierte am vergangenen Freitag. Teresa Spiegel, Gebietsbetreuerin des Landschaftspflegeverbands Landkreis Lichtenfels e.V. führte die Gruppe zum Spitzberg und machte auf erstaunliche Details am Wegesrand aufmerksam. So klärte sie über die Pflanzengesellschaften des Gebiets auf. Dabei wurde auch die Praxis der Beweidung im Gebiet als Maßnahme zur Offenhaltung der Flächen im Sinne des Naturschutzes eingegangen. Der Schäfer im Staffelberggebiet arbeitet deshalb im Auftrag und in Abstimmung mit dem Landschaftspflegeverband.

Weidehaltung schützt Klima und Umwelt
Neben der Aufgabe zum Erhalt der Naturschutzflächen am Staffelberg hat die Weiderhaltung von Schafen und Rindern im Gebiet aber noch weitere Vorteile. Wie Projektmanager Stefan Janssen von der Öko-Modellregion Obermain-Jura berichtete, ist der Genuss des Fleisches von Weiderindern oder -schafen nämlich keinesfalls so klimaschädlich, wie oft behauptet. Durch ihre Fähigkeit, für den Menschen nicht essbare Biomasse in wertvolle Nahrung zu verwandeln, sind Weidetiere sogar vorteilhaft für die Welternährung. Außerdem wird auf Wiesen und Weiden durch Humusaufbau CO2 gebunden. Zusätzlich ernähren die Ausscheidungen der Weidetiere unzählige Insekten und damit indirekt Vögel und Amphibien. Diese Vorteile sind der Grund, warum die Öko-Modellregion seit vier Jahren ein Projekt mit dem lokalen Lebensmitteleinzelhandel zum Angebot des Bio-Rindfleisches von Höfen aus dem Landkreis durchführt.

Wiesensaatgut für unverfälschte Pflanzengesellschaften
Am Spitzberg angekommen lernte die Gruppe noch, warum es wichtig und mittlerweile auch vorgeschrieben ist, Wiesen und Böschungen mit Saatgut des regionalen Ursprungsgebietes einzusäen. Damit wird die genetische Vielfalt und Anpassungsfähigkeit von Pflanzen an sich verändernde Umwelteinflüsse erhalten und es kommt nicht zur Störung ökologischer Nahrungsketten. Die Gewinnung von Wiesensaatgut aus den verschiedenen oberfränkischen Ursprungsgebieten wird von der Firma Regiosaatgut Murrmann aus Bernreuth gewissenhaft organisiert. Stefanie Gritscher demonstrierte als Mitarbeiterin der Firma die Gewinnung von Wiesensaatgut einschließlich aller heimischen Kräuter mit einer Spezialmaschine, die von der Öko-Modellregion aus Mitteln des Amts für Ländliche Entwicklung gefördert wurde. Diese Maschine kann auch von lokalen Landwirten für die Gewinnung von selbst genutztem Wiesensaatgut ausgeliehen werden, woran Landwirte in der Gruppe spontan interessiert waren.
Ein Teil der Besucher stieg anschließend noch zur Staffelbergklause auf, um den Tag bei einer Brotzeit mit Ausblick ausklingen zu lassen.

220 - 2025_07_22_PM_Info zu Naturschutz am Staffelberg

Bildunterschrift: 
Etliche Naturschutzinteressierte sowie Landwirte informierten sich über Naturschutzmaßnahmen und Wiesensaatguternte am Spitzberg

Foto: (Stefan Janssen, Landkreis Lichtenfels)


 

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